Kein leichter Schritt aber ein Schritt aus voller Überzeugung war nach Aussage der stellvertretenden Bürgermeisterin Stadtoldendorfs, Silke Böker, der seinerzeitige Beschluss, das ehemalige Kreiskrankenhaus Charlottenstift in städtische Hände zu nehmen. Welche Auswirkungen dies mit sich gebracht hat und was in dem Haus inzwischen so alles passiert, davon wollte sich Landratskandidat Bjarne Allruth einmal vor Ort informieren.

Während des Gesprächs in den nach 18-monatiger Renovierung frisch fertiggestellten Praxisräumen der ProPhysios, wurde so einiges deutlich. So berichtete der stellvertretende Stadtdirektor Ralf Schaper, dass die Stadt Stadtoldendorf inzwischen 5 Millionen in das Gebäude investiert hat. Und wer mit offenen Augen ins Gebäude geht wird sehen, dass dies noch kein Ende der Investition ist. Im Beisein der drei ehemaligen Mitarbeiter des Krankenhauses und heutigen Eigentümer der Praxis für Physiotherapie Prophysios (UG), Dorit Scharf, Frank Konrad und Gerrit Hofmann, erfuhr Bjarne Allruth von den schwierigen Umständen der Bauphase. „Wären sie letzte Woche zu uns gekommen, wäre die Stimmung hier eine andere gewesen.“ Gut also, dass der Besuch jetzt so gekommen ist. Bei einem kleinen Rundgang konnten sich alle Anwesenden von den renovierten Räumlichkeiten überzeugen. Wie gut, dass es ein solches medizinisches Angebot weiterhin in Stadtoldendorf gibt. Der Mut zur Selbstständigkeit, wenn auch aus der damaligen Not heraus, wurde belohnt. Darüber hinaus war Landratskandidat Allruth erfreut zu hören, dass durch das inzwischen in Niedersachsen schulgeldfreie Ausbildungsangebot auch für Fachkräfte gesorgt wird. Nach einem regen Austausch zu allgemeinen politisch aktuellen Themen bedankte sich Bjarne Allruth für das informative Gespräch und zeigte seine Bereitschaft, Anliegen, die auf Landes- oder Bundesebene vertreten werden müssen, gerne dorthin zu transportieren. Über das entsprechende Netzwerk verfügt er bereits heute.

Im Anschluss ging es dann in das Seniorendomizil Haus Charlotte. Pflegedienstleitung Frau Bolz und ihr Mann berichteten vor dem anschließenden Rundgang durch die Wohneinheiten über die Philosophie der Einrichtung. Denn die ist anders als in manch anderer Pflegeeinrichtung. Den beiden Inhabern Ulrike und Axel Everding ist es ein Bedürfnis, ein Angebot zu schaffen, den Bewohnern ein familiäres Miteinander zu ermöglichen, alles so zu gestalten, dass man sich bei ihnen rundum wohlfühlt. Und den Eindruck konnte Bjarne Allruth nur gewinnen. „Sieht man die Bewohner hier, sieht man die liebevoll eingerichteten Wohneinheiten und betrachtet man das Angebot der Einrichtung, kann man nur mitnehmen, wie wohl sich die Menschen hier fühlen.“ Schön war es zu hören, dass die Einrichtung keinen Fachkräftemangel beklagen muss. Auch über die Leistungen des RVZ in Holzminden oder den Rettungsdienst wurde nur Gutes berichtet. Der Philosophie der Eigentümer folgend, arbeitet man hier gerne und fühlt sich gut angenommen und qualifiziert. Stimmt der Umgangston und stimmt die Anerkennung, stimmt das Ganze. Mit dieser Erkenntnis und dem Eindruck, welch wichtigen Beitrag die Stadt Stadtoldendorf mit der Übernahme der „Charlotte“ für das Gesundheitsangebot im Landkreis Holzminden geleistet hat, verabschiedete sich Bjarne Allruth. Es wird gewiss nicht sein letzter Besuch in diesem Haus sein.